oder auch Funkbediensysteme, dienen zur Erfassung z.B. von GPS-Positionen einzelner Endgeräte oder die Bedienung von einem oder mehreren Funkgeräten (auch verschiedener Funkdienste oder Hersteller) über eine Softwareoberfläche.
IT-gestützte Systeme sind keine Out-of-the-box-Lösungen und auch nicht Plug-and-Play. Daher sollten sie immer mit einem kompetenten Dienstleister auf diesem Gebiet geplant und umgesetzt werden.
Ihr solltet auch beachten, dass beim Bedienpersonal zusätzliche Anwendungsschulungen notwendig sind.
Wichtige Hinweise
- Finanziell gesehen sind solche Systeme recht kostspielig, daher sollte sich sehr genau überlegt werden, ob sie einsatztaktisch an der vorgesehenen Stelle wirklich sinnvoll sind.
Schatten U-ID (S-U-ID) und Datenziele
Jedes Funkgerät erhält eine bundesweit einmalige U-ID aus der eFGK zugewiesen, die mit der Seriennummer verknüpft wird.
Für Datenziele wie Automatic Registration Service, Text Messaging Service oder Akku Überwachungs-Server werden spezifisch festgelegte Schatten S-U-ID immer im Endgerät selbst programmiert.
Damit wir bei überörtlichen Einsätzen solche Daten nutzen können, muss auf den DMR-Funkgeräten aller Hauptwachen, Funkbetriebsleitungen oder in ELW´s, die an einem IT-gestürzten System angebunden und für den Datenempfang verwendet werden, abweichend von der in der eFGK individuell zugeordneten U-ID des Endgeräts, die bundesweit identische Schatten-U-ID (S-U-ID) programmiert werden. Auf diese Weise lassen sich z.B. GPS Daten oder Anrufton (Sprechwunschsignal Betriebsstelle) bundesweit nutzen. Details siehe aktuelles Systemhandbuch DLRG-Betriebsfunk (SHB)
Zu den IT-gestützten Lösungen gehören z.B.:
LARDIS oder Radio Device Controller (RDC) - herstellerübergreifend / funkdienstübergreifend
LARDIS und RDC ist ein und das selbe System, welches lediglich unterschiedliche Vertriebswege hat. Bestehende BOS-Systeme lassen sich über eine freie COM und USB-Schnittstelle an der vorhandenen LARDIS-Box mit einem Kabel und/oder einer zusätzlichen LARDIS-Box ergänzen.
LARDIS wurde mit einem Motorola DM4601e im Jahr 2022 durch den LV Schleswig-Holstein zusammen mit dem Bundesverband im ZWRD-K getestet. Eine lange Schulung des Personals war nicht erforderlich. Nach 10 min. Einweisung konnten die Nutzer alle grundlegenden Funktionen bereits bedienen.
Beim Einsatz eines Kenwood NX3720GE am LARDIS-System stellte sich heraus das es nur U-ID´s bis 65.519 verarbeiten kann. Dies viel erst bei der Einführung des finalen U-ID Konzeptes und der automatisierten Zuordnung durch die eFGK auf, da vorher mit niedrigeren Test-U-ID´s getestet wurde.
Das Problem liegt hierbei an der Art wie Kenwood U-ID's >65.519 verarbeitet und hierfür ein abweichendes Protokoll nutzt. Unsere Empfehlung für die DLRG ist daher als Datenempfangsgerät an einem LARDIS-System immer ein Motorola Funkgerät zu verwenden, da Motorola alle U-IDs gleich verarbeitet.
Dispatcher-Konsolen
Unter Dispatcher-Konsolen versteht man eine Software, mit der man Gruppen und Einzelgespräche steuern kann. Auch GPS-Tracking ermöglichen diese Konsolen.
Der Rechner ist dann mit einem Funkgerät oder Repeater - direkt oder in einem Netzwerk - verbunden. Über die Soundkarte kann man dann Mikrofon, Lautsprecher und Headset, etc. anschließen.
Die meisten Konsolen sind herstellerabhängig und arbeiten nur mit einem Hersteller von Funkgeräten. Die Entwicklung dieser Konsolen ist auf das Sicherheitsgewerbe oder Hotelgewerbe ausgerichtet. Anders als bei herstellerunabhängigen Systemen wie LARDIS ist oft eine Schulung der Nutzer erforderlich, da viele Funktionen nicht selbsterklärend sind.
Alle Produkte bieten Sprach- und Datenkommunikation, ein Automatical Vehicle Location System (AVL) und Aufzeichnungen der Gespräche und Texte sowie der Positionsdaten an. Der Preis der Software richtet sich nach den einzelnen Modulen, die man nutzen möchte. In diesen Fällen kauft man Lizenzen je nach dem, was man nutzen möchte.
Für alle Dispatcher-Softwarelösungen gilt: der PC, die Maus und die Leertaste als PTT bedürfen der Übung. Bei häufig wechselnden Besatzungen empfehlen wir diese Lösung auf keinen Fall. Auch sollte die Gliederung über Aktive mit IT-Kenntnissen verfügen, um die Administration gewährleisten zu können.
Motorola - TRBOnet Enterprise
https://www.trbonet.com/products/enterprise/
Einfache Installation auf einem durchschnittlichen PC. Einrichtung mit Hilfe eines Fachhändlers war problemlos möglich. Gewöhnungsbedürftig in der Nutzung.
Motorola - Smart PTT Direktbetrieb
Einfache Installation auf einem durchschnittlichen PC. Einrichtung dem TRBOnet sehr ähnlich, Gewöhnungsbedürftig in der Nutzung.
Kenwood - KAS 20 mit Repeater-Anbindung
https://comms.kenwood.com/en/products/model.php?model=KAS-20
Die Installation gestaltete sich schwierig und aufwendig. Es wurde ein durchschnittlicher PC verwendet. Auch hier ist die Nutzung gewöhnungsbedürftig.
Motorola TRBOnet Text Messenger
http://s3.trbonet.com/download/common/tools/TRBOnet.TextMessenger_2.0.0.96.zip
Kostenloses Programm, um Texte zu senden. Mit einem Verbindungskabel zum Feststationsgerät und der richtigen Programmierung des Gerätes ein einfaches und gutes Programm. Es bedingt aber mind. DM2400 oder DM4601e - also ein Gerät, das SDS auslesen und senden kann. Im Bedarfsfall kann man auch ein HRT mit Display anschließen.
Signale müssen vom Gerät an den PC weitergegeben werden - das muss dem Gerät gesagt werden, dazu kann man in der Programmiersoftware "PC weiterleiten über Bluetooth oder USB" auswählen.